woran merkt man, dass man erwachsen wird?
daran, dass man im winter keine schneeballschlachten mehr mitmacht, sondern lieber durch den verschneiten wald spazierengeht? daran, dass man einen sommer übersteht, ohne von einer biene gestochen zu werden?
oder hat man dann nur glück gehabt? und wie waren die sommer als kind überhaupt?
ich erinnere mich an ... italienurlaube, an zitroneneis und gebräunte haut. schnorcheln im gardasee. schwimmen im pool und trockenes weißbrot mit schokozeug essen. sommerferienspiele und durch den bach waten. in brennesseln fallen und noch tage später spüren, wie es juckt. abends, frisch geduscht, im bett zu liegen und an der frisch gewaschenen und über den tag draußen getrockneten bettwäsche zu schnuppern. lange autofahrten zu einem fernen reiseziel und geburtstagsfeiern. im pool im schrebergarten von oma und opa plantschen und sich hinterher schnell in ein dickes handtuch kuscheln. walderdbeeren pflücken, am strand liegen und lesen. den geruch des tanzbodens im schrebergartenverein und das knarzen, wenn man darüber läuft. in einem see in schweden plötzlich von quallen umgeben zu sein und sich auf papas arm zu retten, damit er einen ans ufer trägt. viele grillabende, der geruch nach würstchen und salat und brot. mit mama auf dem balkon sitzen und wassermelone essen. barfuß über kies und heißen asphalt laufen. ins bett gehen, wenn es gerade erst dämmert, obwohl es doch schon spät ist. flirrende hitze und diese eigentümliche stille. im garten der freunde herumstreifen, johannisbeeren pflücken und das summen und surren der tiere im gras hören. wieder ein zeugnis bekommen, sich verabschieden und dann das gefühl: jetzt hab ich ferien. in das heiße auto steigen, die fenster herunterkurbeln und ganz laut musik hören.
vieles davon begleitet mich noch immer, wenn auch ein wenig anders. anstatt hinten im auto zu sitzen, fahre ich nun selbst. ich bleibe auf, bis es - früh am morgen - schon wieder hell wird. manchmal gehe ich mit schwarzen füßen (vom barfußlaufen) ins bett. manches ändert sich, manches bleibt gleich. und oft im sommer kommt die sehnsucht, genau diesen oder jenen sommer noch einmal so erleben zu können.
und es gibt musik, die einen begleitet, jedes jahr auf's neue, seit langer zeit.
diese, diese und diese zum beispiel.

und ganz besonders dieses lied:


Kommentare:

  1. Erwachsenwerden: Verantwortung übernehmen. Nicht nur für sich selbst, sondern (und vor allem) für andere. Für sich selbst emotionsgeleitet, für andere vom Verstand geleitet. Und das ist das Traurige und Beklemmende dabei. Verantwortlichkeit.

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  2. ich denke man merkt es, wenn einem bewusst wird, wie oft man sich an seine kindheit/jugendzeit zurück erinnert. :>

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  3. Ederlezi: Ja, ich glaube, du hast Recht. Vor allem mit dem "für andere Verantwortung übernehmen". Und ich füge ein kleines (müssen) an.

    Katta: Das tu' ich schon seit Jahren - viel zu vielen. ;) Vielleicht bin ich aber auch schon längst erwachsen (auch wenn ich es nicht glaube). :)

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