Body-Shaming, Fat-Acceptance und ... Ich

Dienstag, 26. August 2014

Immer öfter stolpere ich in letzter Zeit auf den Blogs, die ich so lese über Begriffe wir Body-Shaming, Fat-Acceptance oder Themen wie Plus-Size, Selbst- und Fremdwahrnehmung und das (eigene) Körperbild.
Es gibt zwei, drei Modeblogs, denen ich gern folge, ansonsten lese ich hauptsächlich Blogs, die sich mit anderen Dingen beschäftigen. Die Modeblogs sind von schlanken, im allgemeinen als schön bezeichneten Menschen geschrieben. Die oben erwähnten Begriffe tauchen hauptsächlich auf anderen Blogs auf - bei Menschen, die meist nicht dem durchschnittlichen, gängigen Schönheitsideal entsprechen.
Und ich? Ich bin genau dazwischen. Seit etwa elf oder zwölf Jahren pflege ich ein meist negativ behaftetes Verhältnis zu meinem Körper, den ich meist einfach versuche, zu ignorieren.
Es ist nicht so, dass ich mich nicht um seine Bedürfnisse kümmere ( Hunger, Durst, Kälte, Müdigkeit, ...) doch ich trenne ganz klar - und absurderweise - zwischen mir und ihm.
Wir bilden keine Einheit, wir stecken irgendwie zusammen in diesem Leben und müssen sehen, wie wir uns miteinander arrangieren.
Es gibt seltene Tage (oder eher: Stunden), an denen ich ihn mag und irgendwie auch akzeptieren kann, aber zusammen gehören wir eigentlich nie.
Dass das nicht gesund ist, weiß ich. Mein Problem ist: Ich gehöre zu keiner Gruppe dazu.
Ich gehöre bestenfalls zu einer Nicht-Gruppe. Zu denen, die weder dünn genug, noch zu dick sind. Nichts an mir ist zierlich oder wirklich schlank, doch ich kann mich auch nicht als dick bezeichnen.
Was mich daran traurig macht ist, dass mir von - vermeintlich - dicken Menschen gesagt wird, dass ich mich nicht mit ihnen solidarisieren kann, weil ich ja zu dünn bin. Von dünnen, der Norm entsprechenden Menschen wird mir hingegen das Gegenteil vermittelt, nämlich vor allem: Du hast doch Glück, du müsstest nur ein bisschen abnehmen und schon gehörtest du zu uns.
Und so schwanke und taumele ich zwischen Diäten und Selbst-Akzeptanz, zwischen dem Versuch, mein Aussehen zu optimieren und jenem, mich anzunehem wie ich bin, zwischen Sport, den ich zum Abnehmen betreibe und dem, den ich nur mache um mir etwas gutes zu tun.
Ich koche und backe leckeres Essen, nur um einen Tag später weinend einzuschlafen, weil ich mich so sehr hasse.
Und ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Die letzte Diät habe ich lange hinter mir und ich möchte auch keine mehr machen. Aber wie noch vor ein paar Jahren möchte ich manchmal so gerne... dazugehören. Da ist nur keiner, zu dem ich gehören kann.

Edit: Die Wurzelfrau hat unter der Überschrift "A little self love" ihre Gedanken dazu aufgeschrieben. Unbedingte Leseempfehlung!

Kommentare:

  1. Fräulein Fuchs! Was soll ich sagen. In einigen Sätzen erkenne ich mich wieder, aber grundsätzlich macht mich das alles eher traurig, ist es doch eine Schande in meinen Augen, daß wir uns so stark über unseren Körper und unser Aussehen in dieser Gesellschaft definieren, daß es uns innerlich den Kopf platzen lässt ob der ganzen Gedanken, die deswegen in uns kreisen. Nicht gut, überhaupt nicht gut kann ich dazu nur sagen. Es gibt meines Erachtens an dieser Stelle auch keine Empfehlung für den optimalen Weg, den man gehen soll. Ich glaube, es ist nur mehr denn je wichtig, daß du auf Deine innere Stimme und Deinen Körper hörst und intuitiv nachfragst, ob was oder mehr oder wie auch immer mehr benötigt wird. Ich habe eine zeitlang so garnicht auf meinen Körper gehört, die Quittung neben vielen Kilos mehr war eine sehr sehr lange Krankschreibung ... von daher - in erster Linie das machen, was einem selbst gut tut - und das möglichst oft. So. und jetzt Kopf hoch...und backen oder kochen büdde. Alles Liebe!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen, vielen Dank für deine Antwort, da musste ich am Schluss gleich mal schmunzeln - morgen soll es nämlich Kürbis-Cupcakes geben. Hab vielen Dank für deine Worte, es hilft einfach schon, dass mich jemand versteht. :) Die Krankschreibung hatte ich ja auch und ich versuche, besser auf mich zu achten - auch wenn das (noch) schwer ist. Viele liebe Grüße!

      Löschen
  2. Hallo

    ich hab deinen Artikel in einem Posting von mir verlinkt, hoffe, das geht o.k.? Mich treibt das Thema ziemlich um und ich hab nun doch mal meine 5 cent dazu verblogt...

    Alles Liebe

    irkabeate

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Super, wenn du auch etwas dazu schreibst! :) Das lese ich mir gleich mal durch.
      Viele liebe Grüße,
      Frl. Fuchs

      Löschen

Vielen Dank für deine Worte, ich freue mich über jeden Kommentar und schalte ihn so schnell wie möglich frei! Meist antworte ich auch darauf. ;)

Proudly designed by Mlekoshi playground